|
BRAUERSCHWEND (rwh).
"Wir sehen sehr
deutliche
Lichtsignale am
Ende unseres
Abfalltunnels"
Metaphernreich
fasste Friedel
Kopp (Freie
Wähler), der
Vorstandsvorsitzende
des
Zweckverbandes
Abfallwirtschaft
Vogelsberg (ZAV)
gestern im
Brauerschwender
Bürgerhaus die
Ergebnisse der
Ausschreibung
zur
Neuausrichtung
der Vogelsberger
Abfallwirtschaft
zusammen. Im
August
beschlossen, im
Herbst
europaweit auf
den Weg
gebracht, im
Februar
abgeschlossen,
liegen diese
Ergebnisse jetzt
vor und werden
sich, nach den
noch vom
Vorstand zu
treffenden
Entscheidungen,
in kleinerem
Umfang mit
Beginn des
nächsten, in
deutlich
spürbarerem Maß
mit Jahresbeginn
2011 bemerkbar
machen. Erstes
Ergebnis der
Auswertung der
dreizehn
Angebote, die
von 19
abgegebenen in
die Bewertung
kamen: der Müll
im Vogelsberg
wird auch
künftig privat
entsorgt und
nicht "rekommunalisiert",
durch den
Zweckverband
organisiert. Die
Summe der
günstigsten
Angebote der auf
sechs Einzellose
verteilten
Ausschreibung
liegt, ohne dass
Kopp wegen des
noch laufenden
Verfahrens
konkrete Zahlen
nannte, unter
dem
kostengünstigsten
Gesamtangebot.
Vor allem aber:
sie liegt
deutlich,
nämlich knapp
zehn Prozent,
unter dem
"Schwellenwert",
bei dessen
Überschreitung
der ZAV die
Entsorgung
selbst
unternommen
hätte.
Wegen der
auslaufenden und
gekündigten
Verträge für die
Sammlung und
Entsorgung
rechnet der
Vorstand mit
spürbaren
Kostensenkungen,
die sich, je
nach Einzellos,
zwischen 35 und
57 Prozent
bewegen.
Insgesamt geht
Kopp ab 1.
Januar 2011 von
einem
"Mindesteffekt"
von 40 bis 45
Prozent
Einsparung durch
das neue
Abfallbeseitigungssystem
aus.
Allerdings
machte er auch
deutlich, dass
dies nicht
automatisch
geringere
Müllgebühren im
gleichen Umfang
bedeuten wird.
Natürlich werde
sich die
Kostenreduzierung
"positiv auf die
Gebühren
auswirken"
erklärte der
Vorstandsvorsitzende,
sie werde sich
aber "nicht 1:1
auf die mögliche
Gebührensenkungen
übertragen
lassen" dämpfte
er allzugroße
Erwartungen.
Fest steht mit
dem Ergebnis der
Ausschreibung
auch, dass es ab
1. Januar 2010
keine
flächendeckende
Biomüllentsorgung
im
Vogelsbergkreis
geben wird. "Die
Biotonne wird
nicht
eingeführt"
erklärte Kopp.
Sie ist mit
jährlichen
Mindestkosten
von 126 000 Euro
zu teuer und
würde das
"Gesamtpaket"
über den selbst
verordneten
Schwellenwert
treiben.
Die von Friedel
Kopp in seinem
Sachstandsbericht
aufgezeigten
Zukunftsperspektiven
spielten zuvor
bereits bei der
Verabschiedung
des
Wirtschaftsplans
2009 des
Zweckverbandes
eine große
Rolle. Ulrich
Künz machte für
die Koalition
aus CDU, FW und
FDP deutlich,
dass es
"politisch
gewollt" sei,
das Defizit des
Wirtschaftsplans
in Höhe von 700
000 Euro mit
Blick auf die
Zukunft nicht
durch eine
kurzfristige
Anhebung der
Müllgebühren zu
verringern,
sondern zu
tragen, auch
wenn der Verband
bei seinen
Rücklagen "an
die grenze des
Belastbaren"
angelangt sei.
Künz zeigte sich
überzeugt, dass
"nach einer
schwierigen
Phase in den
nächsten zwei
Jahren" wieder
ausgeglichenen
Haushaltspläne
vorgelegt werden
könnten. Ab 2011
könnten dann
auch "endlich
die Gebühren
gesenkt werden".
Hoffnung auf
"künftig bessere
Verhältnisse"
hatte auch
Helmut Weppler,
der Sprecher der
SPD, der der
Koalition
vorhielt, vor
zwei Jahren bei
der
Gebührenerhöhung
nicht den Mut zu
notwendigen
Schritten gehabt
zu haben. Mit
Blick auf die
Nachsorgekosten
für die Deponie
Bastwald sprach
sich Weppler für
"eine behutsame
Weitergabe der
Kostensenkungen"
aus und forderte
dazu auf, "nicht
in einen
Wettstreit über
die Beteiligung
an den günstigen
Ausschreibungsergebnissen"
zu treten. Für
die Grünen
beklagte Dr. Udo
Ornik die aus
seiner Sicht
mangelnde
Auskunftsbereitschaft
des Vorstandes.
Michael Riese
(Die Linke)
forderte, die
Diskussion über
die Abfall nicht
auf Haushalts-
und
Gebührenfragen
zu reduzieren,
sondern darauf,
wie
zukunftsweisend
Müllbeseitigung
möglich ist. Mit
Mehrheit von
Koalition und
SPD wurde der
Wirtschaftsplan
beschlossen.
|