Erste Ergebnisse der Biotonneneinführung ab Januar 2017 und Änderung am Sammelsystem

Seit dem 1. Januar 2017 gibt es die neue separate Bioabfallerfassung und Einsammlung. Ebenso die anschließende Bioabfallverwertung. Damit wurde eine gesetzliche Vorgabe, die bereits seit 2015 vorgesehen war, rechtskonform, bürgerfreundlich und nutzer- bzw. serviceorientiert umgesetzt.

Nunmehr läuft das neue Sammelsystem seit einem guten Vierteljahr und ist langsam in den „Normalablauf“ übergegangen.

Bereits Mitte 2016 wurde die Einführung konkret umgesetzt, wobei vorher umfangreiche Satzungsänderungen, Ablauf- und Gestaltungsvorgaben (Ende 2015) sowie entspre­chende Leistungs- und Beschaffungsausschreibungen (Anfang) erfolgten.

Aufgrund der geänderten Abfalleinsammlungssatzung, die standardmäßig eine „Pflicht­biotonne“ für alle privaten Haushalte und vergleichbare Anfallstelle vorsieht, wurden im Herbst 2016 neue Biosammelgefäße aufgestellt. Heute stehen an rund 34.700 Grund­stücken/Anfallstellen nach den satzungsvorgaben entsprechend dimensionierte Behäl­ter. Damit sind 97 % aller Abfallerzeuger mit Bioabfallgefäßen ausgestattet. Restabfall­gefäße sind derzeit rund 35.800 im Einsatz.

Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass gewerbliche Abfallerzeuger, weil Bioabfall als Abfall zur Verwertung gilt, nicht verpflichtet sind, die Bioabfallsammlung zu nutzen (Al­lerdings müssen sie Bioabfälle ebenfalls separat erfassen und ggf. auf eigen Rechnung einer Verwertung zuführen) und einige Bereiche diese sogar nicht nutzen dürfen, son­dern sich der Speiserest- und/oder der Tierkörperverwertung anzuschließen haben (Bei­spielsweise alle Gastronomiebetriebe, Kantinen, Cateringunternehmen, Metzgereien usw.). Zieht man diese ab, steigt der Wert auf fast 99 %.

Aufgrund der satzungsrechtlichen Möglichkeit der Befreiung von der Nutzung einer Bio­tonne (wenn man nachweist, dass man in der Lage ist, alle anfallenden Bioabfälle selbst und auf dem eigene Grundstück vollständig zu verwerten), haben knapp 800 Abfallerzeuger einen solchen Antrag gestellt und rund 350 wurden daraufhin von der Nutzungsverpflichtung freigestellt (Stand 25.04.2017). Dies bedeutet: auf 1 % der Grundstücke, die eigentlich anschlusspflichtig wären, gibt es keine Biotonnensammlung, weil die Abfallerzeuger ihren gesamten Bioabfall selbst verwerten (können).

Entgegen der ursprünglich häufig geäußerten Meinung, dass sehr viele keine Biotonne wollen oder benötigen, weil sie Eigenkompostierer sind, hat sich herausgestellt, dass auch diese Bürgerinnen und Bürger die Biosammlung nutzen möchten, nachdem man sie ausführlich informiert hat, wozu die Biosammlung dient, dass alle Bioabfälle separat erfasst und verwertet werden müssen und auch nicht mehr im Restabfall landen dürfen.

Die bisherige Praxis, geeignete Bioabfälle im Garten zu kompostieren und ungeeignete (z. B. Fisch- oder Fleischreste, Knochen, gekochte Speisereste etc.) in den Restabfall zu geben, ist nicht mehr zulässig. Daher nutzen auch die meisten Eigenkompostiere dennoch eine Biotonne, weil sie viele Bioabfälle nicht kompostieren können oder wollen.

Nach Anlaufen der Biosammlung stellt sich heraus, das die Art und Weise der Nutzung und die dabei erzielten Separierungserfolge ziemlich genau den Prognosen folgt und es sich sogar abzeichnet, dass die Ergebnisse noch besser sein werden als vorher erhofft.

Der Bereitstellungsgrad, also die Zahl, die angibt, wie viele der vorhandenen Biotonnen auch tatsächlich geleert und genutzt werden, hat sich bereits auf rund 70 % eingepen­delt, Tendenz noch steigend, obwohl der jahreszeitlich bedingte Anfall von Bioabfällen noch eher unterdurchschnittlich ist (Die Jahresverläufe anderer Gebietskörper­schaften mit langjähriger Bioabfallsammlung zeigen das im Vergleich auf).

Auch die Umstellung der Restabfallsammlung auf den vierwöchentlichen Rhythmus zeigt beim Bereitstellungsgrad an Restabfallgefäßen keinen starken Anstieg. Dieser be­trägt derzeit rund 70 %. Dies ist gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme von nur rund 10 Prozentpunkten.

Durch die intensive Nutzung der Biotonne und der damit verbundenen Umlenkung der Abfallmengen zeigt sich, dass die Restabfallsammlungsmenge durchaus (im Durch­schnitt wohlgemerkt) entsprechend reduziert wird, sodass die Bürgerinnen und Bürger keine „Kapazitätsprobleme“ haben.

Die Zahl der seit 2017 neu genutzten Zusatzgefäße im nicht gewerblichen Bereich ist ebenfalls eher gering ausgefallen (326 im Bereich der 1-3 Familienwohnungen und 31 große Behälter im Bereich von Wohnanlagen, Stand 25.04.2017), ebenso die Rücknahme von Ermäßigungen. Die vielfach befürchteten überquellenden Mülltonnen und die sogenannte Windelproblematik zeigt sich derzeit, soweit nach den Zahlen des ZAV ersichtlich, jedenfalls nur in sehr geringem Maße. Auch die beauftragten Unternehmen melden gegenwärtig keine überfüllten oder missbräuchlich genutzten Gefäße. Dass in bestimmten Einzelfällen dies alles sehr stark vom allgemeinen Durchschnitt abweichen kann, ist allerdings immer möglich. Dies war aber in den früheren Jahren auch schon so.

Im Zeitraum Januar bis April haben sich die eingesammelten Mengen an Abfall (Restabfall und Bioabfall zusammen) in der Summe fast nicht von den Vorjahresmengen unterschieden. Es waren rund 350 Tonnen weniger. Die Verteilung beträgt rund 64 % Restabfall und 36 % Bioabfall. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr steht zu erwarten (inkl. Jahresverlaufsgewichtung), dass rund 11-12.000 Tonnen Restabfall eingesammelt werden und um die 6-7.000 Tonnen Bioabfall.

Dies würde bedeuten, dass die Gesamtmenge der Abfälle nicht anwachsen wird und zudem (rechnerisch), bezogen auf den ermittelten Anteil von erfassbarem Bioabfall im Restabfall der Vorjahre, wohl bis zu 75 % aus der Restmülltonne herausgenommen werden wird. Die ist ein sehr guter Wert, der besser werden könnte als vorab erwartet und besser als in vielen anderen Kreisen. Zudem würde dies auch die Kostenbilanz günstiger machen als bisher geplant.

Bereits jetzt zeigt sich auch, dass die Sammlung selbst von den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut verstanden, angenommen und sauber durchgeführt wird. So ist der eingesammelte Bioabfall fast kaum verunreinigt oder mit „Fehlwürfen“ befrachtet. Insbesondere Plastik ist nur in geringem Maße vorhanden. Dies bedeutet auch, dass die Verwerter des Bioabfalls den aus dem ZAV-Gebiet stammenden Abfall sehr gut nutzen können und dem ZAV keine Probleme und/oder Zusatzkosten entstehen. Hinsichtlich des verbleibenden Bioabfalls im Restabfall besteht aber noch Verbesserungsbedarf.

Allerdings sei noch einmal deutlich darauf hingewiesen, dass bereits die Untersuchun­gen und Planungen sowie die Ausschreibungsergebnisse in 2016 gezeigt hatten, dass es dem ZAV gelingen könnte, die Kosten in diesem operativen Bereich im Griff zu be­halten. Derzeit sieht es sogar besser aus als geplant. Der ZAV hätte nur wegen der neuen Biotonne die Gebühren wohl kaum anpassen müssen.

Die (fast) „alleinige Ursache“ für die neuen Gebühren liegt daher in den gesetzlich geforderten und notwendigen Rückstellungen für Stilllegung und Nachsorge der aktiven bzw. der Altdeponien. Dies zudem nur aufgrund der neuen Berechnungen, die, gesetzlich vorgeschrieben, aufgrund der derzeitigen Zinssätze und der Geldpolitik zu exorbitanten Steigerungen der Rückstellungsbeträge und –verpflichtungen und gleichzeitig einem drastischen Abfall der zu erwirtschaftenden Zinserträge führen. Der ZAV muss dafür in den nächsten Jahren mehrere Millionen Euro mehr aufbringen als bisher und hängt stark von den weiteren Veränderungen seitens der EZB ab.

« Zurück