Entsorgungszentrum Vogelsberg (EZV)

Entstehungsgeschichte

Das Entsorgungszentrum Vogelsberg (ehemalige Deponie Bastwald) wurde bereits 1984 vom Vogelsbergkreis geplant. Es wurde 1986/7 errichtet und 1988 in Betrieb genommen. Mit Gründung des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Vogelsbergkreis in 1988 ging das EZV in dessen Verfügung über. Seither ist es im Eigentum des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Vogelsbergkreis.

EZV (Schemaübersicht)

Aufbau u. Zustand

tl_files/zav_online/EZV/Deponie Bastwald/Schemauebersicht.gifBetreiber des Entsorgungszentrums Vogelsberg ist die Abfall-Entsorgungsgesellschaft Vogelsbergkreis mbH (aegv), die seit 1998 eine Tochtergesellschaft des ZAV ist.

Im Vogelsbergkreis fallen heute rund 14.500 Tonnen Hausmüll, 2.500 Tonnen Sperrmüll (gesammelt und direkt angeliefert) und rund 7.000 Tonnen gewerblicher Abfälle pro Jahr an.

Gegenwärtig besteht das EZV aus fünf Feldern (planerisch erfasst und ggf. ausbaufähig sind insgesamt 10 Felder, davon Feld 6-8 bereits planungstechnisch vorgesehen. 9 u. 10 nur potentielle Felder) von denen vier bereits vollständig verfüllt und z. T. abgedeckt sind. Das EZV besitzt eine unbefristete Weiterbetriebsgenehmigung für alle Abfälle der Deponiekategorie II, die nach der Abfallablagerungsverordnung noch abgelagert werden dürfen. 

Jedes Feld beinhaltet(e) eine Kapazität von rund 200.000 m³ Abfall, so dass insgesamt etwa 1 Mio. m³ Abfall abgelagert werden kann. Derzeit sind über 95 % verfüllt (Ablagerungsmenge rund 1,1 Mio. Tonnen Restabfall).

Aufgrund der Rechtslage, die seit Mitte 2005 sehr strenge Kriterien an die ablagerungsfähigen Abfälle anlegt, sind seit diesem Zeitpunkt nur noch sehr geringe Abfallmengen vorhanden, die abgelagert werden dürfen. Alle anderen Abfälle werden entweder verwertet, aufbereitet zu Ersatzbrennstoff verarbeitet oder in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Von daher ist der Betrieb seit dem 01.06.2005 stark reduziert.

Die vorhandene Kapazität wird möglichst verfüllt, um nicht später große Mengen an Erde hinein fahren zu müssen. Dies ist bis auf Restbereiche von ca. 30-40000 Tonnen bereits geschehen.

Betrieb der ehemaligen Deponie

tl_files/zav_online/EZV/Deponie Bastwald/Betrieb-2008.gifDer Hausmüll wird von den Sammelfahrzeugen angeliefert und in einer speziellen Halle in große Fahrzeuge umgeladen. Von dort geht der gesamte Vogelsberger Hausmüll in eine Aufbereitungsanlage nach Echzell/Grund-Schwalheim im Wetteraukreis. Dort wird daraus ein Ersatzbrennstoff für Kraftwerke, Zementwerke etc. hergestellt, sowie aus heraussortiertem Schrott und Aluminium wieder das Metall zurück gewonnen.

Der Sperrmüll wird im Kreis schon nach Holz, Schrott, Elektrogeräten und Restsperrmüll getrennt gesammelt. Das separierte Altholz wird ebenfalls auf dem Gelände des EZV aufbereitet und zu feinen Schnitzeln geschreddert. Diese dienen dann als Heizmaterial für Kraftwerke.

Der Schrott wird weiter verwertet und Restsperrmüll wird auf dem Gelände des EZV separiert. Die nicht verwertbaren Materialien werden zu einer externen Aufbereitungs- und Sortierungsanlage gebracht.

Gleiches geschieht auch mit gewerblichen Restabfällen. Sie werden ebenfalls in mineralischen Anteil, Schrott und Restabfall aufgetrennt und entsprechend verwertet oder zu einer externen Aufbereitungs- und Sortierungsanlage gebracht.

Die ehemalige Deponie Bastwald ist eine „moderne“ Deponie gewesen, die nach den Kriterien der TASi (Technische Anleitung Siedlungsabfall) errichtet wurde, also mit einer geologischen Barriere nach unten versehen ist, sowie mit einer entsprechenden Trennschicht, Gasfassungs- und Drainageschicht und einer Schutzabdeckung am Boden ausgestattet ist, so dass keine Schadstoffe entweichen können.

Sie verfügt zudem über ein ausgeklügeltes Sickerwasser-Erfassungssystem. Die Sickerwässer werden in einer eigenen Kläranlage mit einer biologisch-mechanischen und einer physikalischen Aufbereitungsstufe (Aktivkohleadsorption) aufbereitet und dann in die Schwalm abgegeben. Das gereinigte Wasser hat bessere Einleitwerte als für Trinkwasser gefordert wird. Die Kosten liegen bei rund 60 € pro m³ Abwasser.
Es existiert auch ein Gasfassungssystem. Das erfasste Gas wird derzeit verbrannt. Auf­grund der Bauweise des EZV entsteht nur eine geringe Gasmenge, so dass sich eine Verstromung nicht lohnt.
Das derzeit erlaubte einzulagernde Material wird im Dünnschichtverfahren eingebaut, d.h. dass nur jeweils sehr dünne Lagen von Abfall aufgebracht werden und diese dann mit einem 30-Tonnen-Kompaktor verfestigt werden. Die eingelagerten Mengen werden arbeitstäglich abgedeckt.
Die Gesamtfläche des Mülleinbaus beträgt ca. 6 Hektar. Derzeit sind dort 10 Mitarbeiter beschäftigt.

Stilllegung und Nachsorge

Teilflächen auf der ehemaligen Deponie Bastwald dürfen als Zwischenlager weitergenutzt werden.

Aktivitäten wie Aufbereitung, Sor­tierung, Umladung etc. gehen unvermindert weiter. Die endgültige Stilllegung ist für 2020 bis 2035 zu erwarten. Danach beginnt die Nachsorgephase, die mindestens wei­tere 30 Jahre dauern wird. Die Planungen für eine Entlassung aus der Nachsorge gehen derzeit bis 2090.